Buchhandlung „Seitenglück“ in Bornheim eröffnet neue Perspektiven: Zwei neue Zuverdienststellen zeigen, wie Inklusion ganz praktisch gelingen kann.
Zwei Menschen mit psychischen Erkrankungen haben einen wichtigen Schritt in Richtung Arbeitsmarkt geschafft. Auf Initiative des Forums für Bildung und Gesundheit „Hannes“, einem Angebot zur Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Bornheim, wurden gemeinsam mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Buchhandlung „Seitenglück“ zwei neue Zuverdienststellen geschaffen.
Die Beschäftigung erfolgt im Rahmen eines Minijobs und ermöglicht einen niedrigschwelligen Einstieg in das Arbeitsleben. Der Arbeitgeber wird dabei durch den LVR bei den Lohnkosten finanziell unterstützt. Für die Beschäftigten eröffnet sich die Chance, erste Erfahrungen in einem regulären Arbeitsumfeld zu sammeln und sich schrittweise auf eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorzubereiten.
Für eine der neuen Mitarbeiterinnen bedeutet die Arbeit weit mehr als ein zusätzliches Einkommen: „Ich erlebe soziale Teilhabe durch eine berufliche Beschäftigung, etwas Sinngebendes, das mir auch noch Spaß macht, und die Begegnung mit lesenden Menschen.“
Auch für Anna Anzulewicz, Inhaberin der Buchhandlung „Seitenglück“, ist das Projekt ein Gewinn: „Jeder Mensch verdient die Chance, seine Fähigkeiten einzubringen. Wir freuen uns, dazu einen Beitrag leisten zu können.“
Die Zuverdienststellen sind Teil eines abgestuften Unterstützungsangebots im „Hannes“, das Menschen individuell begleitet. Durch die bisherige Förderung konnten die beiden Beschäftigten Belastbarkeit, Stabilität und Arbeitsfähigkeit kontinuierlich aufbauen. Die Aufnahme der Beschäftigung stellt deshalb einen wichtigen Meilenstein auf ihrem Weg zu mehr Selbstständigkeit dar. Die neue Tätigkeit stärkt Selbstvertrauen, schafft soziale Kontakte und unterstützt die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Mit ihrem Engagement setzt die Buchhandlung „Seitenglück“ ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion. Die neuen Arbeitsplätze eröffnen nicht nur berufliche Perspektiven. Sie zeigen auch, wie Inklusion und Teilhabe vor Ort konkret gelebt werden können.



